In diesem Zusammenhang geht es weniger um Neubauten generell, sondern speziell um die Situation in Deutschland. Übergreifend gesehen, erlebt der Kraftwerkbau nämlich gerade eine Boomphase. Dieter Rosenthal, Sprecher des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau innerhalb des VDMA, sprach zum Beispiel bei der Vorlage des Jahresberichts 2007 von einer „beispiellosen Hochkonjunktur“ der Branche. Allerdings sind es insbesondere Auslandsaufträge, die diesen auch 2008 anhaltenden Nachfrageboom tragen. Im Inland sieht es anders aus. Hier schrumpfte 2007 der Umsatz der Kraftwerkbauer. Das liegt nicht an der Bedarfssituation. 15 Kraftwerke sind derzeit hierzulande im Bau. Für sechs weitere besteht eine hohe Realisierungswahrscheinlichkeit. 60 weitere sollten eigentlich gebaut werden. Deren Umsetzung gilt allerdings als unsicher. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von öffentlichen Akzeptanzproblemen an den vorgesehenen Standorten bis zu Unsicherheiten hinsichtlich der Preisentwicklung von CO2-Zertikaten wie auch der von Kohle und Gas.
¬ 15 Großkraftwerke fehlen: 2020 droht Energielücke
Unwägbarkeiten hinsichtlich neuer Kraftwerke kann sich Deutschland im Grunde gar nicht leisten. Erst jüngst schlug die Deutsche Energie-Agentur (Dena) Alarm. Nach ihren Analysen fehlen 15 konventionelle Großkraftwerke für eine ausreichende Stromversorgung. Werden sie nicht gebaut, sieht es nach der Dena-Studie ab 2012 im wahrsten Sinne des Wortes düster aus: Es könnten erstmals die Lichter in Deutschland zumindest zeitweilig ausgehen, weil für Spitzenlasten nicht mehr genügend Kraftwerkleistung zur Verfügung steht. Ganz so schwarz sieht Frank Stieler, Vorsitzender der Gas und Dampfturbinenhersteller im VDMA, nicht. Voraussetzung sei allerdings, Investitionsentscheidungen nicht noch weiter nach hinten zu schieben und anstehende Projekte jetzt auf einen Realisierungsweg zu bringen. „Der Bedarf an Ersatzinvestitionen in neue Kraftwerke ist hoch“, konstatiert er. Um jedoch die notwendigen Investitionen tätigen zu können, seien stabile und verlässliche Rahmenbedingungen nötig. „Hier ist die Politik gefragt“, so Stieler weiter.
¬ Ehrgeizige Klimaziele: ohne neue Kraftwerke nicht umsetzbar
In der Tat ist die Politik gefordert. Sie hat nämlich ein Klimapaket mit hehren Zielen verabschiedet. Demnach soll der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid in Deutschland bis 2020 unter den Wert von 1990 gedrückt werden. Nun geht es darum, die bezüglich einer nachhaltigen Reduzierung des CO2-Ausstoßes gemachten Zielsetzungen des Klimapakets der Bundesregierung auch einzulösen.
Dafür werden unter anderem neue Kraftwerke gebraucht, denn die alten tragen mit ihrem hohen Schadstoffausstoß maßgeblich dazu bei, dass Deutschland mittlerweile zum viertgrößten Umweltverschmutzer Europas geworden ist.
Um also sowohl Energielücken erst gar nicht entstehen zu lassen als auch ehrgeizige Emissionsziele einhalten zu können, bedarf es zusätzlicher Neu- und Ersatzbauten. „Ohne die und den Einsatz moderner Technologien geht es nicht“. Diese Meinung vertritt Frank Figel vehement. Seiner Ansicht nach wird sich der Bedarf an neuen Großanlagen sowohl auf Kernkraftwerke – im Ausland – als auch auf den Neubau von Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerken (GuD) und Wirkungsgradsteigerungen an Kohlekraftwerken erstrecken. Für die Mitarbeit an dem einen wie dem anderen sieht Frank Figel die IndustrieHansa insbesondere am Standort Ratingen bestens gerüstet: „Hier erwirtschaften wir bereits rund die Hälfte unseres Umsatzes mit Engineering-Dienstleistungen für Unternehmen im Kraftwerkbau“.
¬ IndustrieHansa-Ratingen: im Knotenpunkt des europäischen Kraftwerkbaus
Die Niederlassung Ratingen ist geradezu prädestiniert als Kompetenzzentrum für Kraftwerkplanung und -bau. Sie liegt zum einen im Knotenpunkt der Aktivitäten wesentlicher Hersteller und Betreiber, die im europäischen Kraftwerkbau maßgeblich den Ton mitbestimmen: Siemens Energy Sector in Mülheim, MAN Turbo in Oberhausen, Hitachi in Düsseldorf, RWE in Essen und E.ON in Düsseldorf. Hinzu kommt eine Vielzahl an Zulieferern. Zum anderen hat IndustrieHansa in Ratingen das Know-how von Mitarbeitern mit langjähriger Berufserfahrung im Kraftwerkbau gebündelt.
„Unsere Mitarbeiter begleiten die gesamte Prozesskette von der Erstellung des Pflichtenheftes über Entwicklung, Konstruktion, Berechnung sowie Fertigungs- und Montagebegleitung“, verdeutlicht Frank Figel das Leistungsspektrum. Ausgewiesene Kompetenzen für Projekt-, Prozess- und Qualitätsmanagement fehlen ebenso wenig wie die Qualifikation für entwicklungsbegleitende Kostenkalkulationen rund um Projekte für Nuklear-, GuD- und fossil betriebene Kraftwerke.
¬ Integrations-Manager vor Ort
Leistungen wie diese sind es, die IndustrieHansa zu einem bevorzugten Dienstleistungspartner für Unternehmen wie beispielsweise Siemens Energy Sector machen. Über 10-jährige Zusammenarbeit verbindet die IndustrieHansa-Experten am Standort Ratingen bereits mit diesem auf die Planung und den Bau von Kraftwerken fokussierten Siemens-Bereich. Den Status dieser Partnerschaft dokumentiert unter anderem die Etablierung eines Integrations-Managers, der vor Ort am Fertigungsstandort Mülheim die Abwicklung von Projektaufträgen steuert, Arbeitsabläufe koordiniert und für reibungslos funktionierende Kommunikationswege sorgt.
Für Frank Figel ist das ein Beispiel von vielen für das Engagement von IndustrieHansa, nicht nur ein qualifizierter Engineering-Dienstleister zu sein, sondern Partner des Kunden. „Mitverantwortung für seinen Erfolg zu übernehmen“ gibt dafür die Richtung vor. Sie wird auch den weiteren Wachstumsweg von IndustrieHansa im Knotenpunkt des europäischen Kraftwerkbaus bestimmen.