Europa will weniger umwelt- und klimaschädliche Emissionen. Deshalb werden die Abgasnormen für Benzin- und Dieselmotoren kontinuierlich verschärft. Die Euro-Normen 4 und 5 geben dafür die aktuell verbindlichen Grenzwerte vor. In ähnliche Richtung zielen entsprechende Bestimmungen der Umweltschutzbehörden in USA und Japan. Das alles ist nicht nur für die Autoindustrie von Relevanz, sondern auch für Hersteller so genannter Nichtstraßenfahrzeugmotoren, wie sie in Baumaschinen und mobilen Industriemaschinen zum Einsatz kommen.
Vor diesem Hintergrund sind die Kompetenzen der Heinrich Gillet GmbH in Edenkoben besonders gefragt. Hier schlägt das Herz der europäischen Aktivitäten des US-Konzerns Tenneco Automotive im Abgassystembereich für den Erstausrüstermarkt. Die weitere Reduktion der Emissionswerte steht auf der Agenda der Entwicklungsbereiche ganz weit oben. Von Tenneco Automotive Gillet konstruierte Abgasnachbehandlungssysteme eliminieren Partikel und senken die NOx-Emissionen. Als Systempartner entwickelt und fertigt das Unternehmen Abgasnachbehandlungssysteme in enger Zusammenarbeit mit Kunden und ausgewählten Komponentenlieferanten.
Einer dieser Kunden ist ein weltweit führender Hersteller von Bau- und Bergbaumaschinen, Diesel- und Erdgasmotoren sowie Industriegasturbinen. Die Tenneco Automotive Gillet übertragene Aufgabe adressiert die Entwicklung und Fertigung von Dieselnachbehandlungssystemen für Motoren, die für den europäischen Markt bestimmt sind und die hier geltenden Emissionsnormen erfüllen müssen. Diese Motoren kommen in Lastkraftwagen, Schiffen und Booten, Bau- und Bergbaumaschinen sowie vielen anderen Geräten zum Einsatz.
Um dieses anspruchsvolle Projekt planmäßig umzusetzen, ergänzt Tenneco Automotive Gillet am Standort Edenkoben eigene Ressourcen und Kapazitäten um externe Konstruktionskompetenzen. Diese stellt IndustrieHansa am Standort Mannheim in Form eines mehrköpfigen Designteams bereit. „Unsere Aufgabe ist es im Wesentlichen, durch modularen Aufbau der Abgasnachbehandlungssysteme dafür zu sorgen, den Variantenreichtum von mehreren hundert Motorvarianten konstruktiv abzudecken. Dabei ist hier nicht die Komplexität der Einzelteile die eigentliche Schwierigkeit, sondern der mögliche Variantenreichtum. Um diese Aufgabe im Rahmen von fertigungstechnischen und kostengünstigen Bedingungen umzusetzen, wird das vollparametrische CAD-System Pro/ENGINEER eingesetzt“, erläutert Teamleiter Horst Kramny.